DEEN

Sergej Rachmaninow

Werke für Cello und Klavier
David Geringas, Ian Fountain (2008);
Hänssler Classic CD 4010276021995 (73’)

Fonoforum
Das Werk ist ein Bravourstück für jeden Cellisten, hier darf man schwelgen und schwärmen, mit vollem Ton singen, leidenschaftlich Emotionen zeigen. All das tut David Geringas hier, er taucht ganz ein in Rachmaninows Klangwelt, er lässt die Musik strömen und breitet sie vor dem Hörer aus wie ein Epos, in Harmonie unterstützt von Ian Fountain.Jedes der folgenden, teilweise von Geringas selbst bearbeiteten Rachmani­now-Lieder wirkt wie eine kleine Welt für sich.

 
Klangerlebnis. Mit einer Reihe von klug gewählten Programmen hat der Cellist David Geringas bei Hänssler Classic markante Akzente gesetzt. Seine Aufnahmen mit Werken von Peteris Vasks, Rodion Schschedrin oder von Komponisten der „Neuen Jüdischen Schule“ be­leuchten teilweise ein ganz neues Repertoire. Rachmaninow ist das Thema von Geringas neuester CD, eine Sammlung von Minia­turen und Liedbearbeitungen, darin eingebettet die große g-Moll-Sonate als Repertoireklassiker.
Der Cellosonate hat Geringas drei frühe Stücke Rachmaninows vorangestellt. Prélude, Danse Oriental und die Melodie in e-Moll sind „Jugendwerke“, die der Komponist noch als Student des Moskauer Konservatoriums zu Papier brachte. Der romantisch-ele­gische Stil, der Rachmaninow-Ton ist hier bereits deutlich herauszuhören. Er entfaltet sich dann prachtvoll in der monumentalen, viersätzigen Cellosonate, die zeitgleich mit dem berühmten zweiten Klavierkonzert entstand. Das Werk ist ein Bravourstück für jeden Cellisten, hier darf man schwelgen und schwärmen, mit vollem Ton singen, leidenschaftlich Emotionen zeigen. All das tut David Geringas hier, er taucht ganz ein in Rachmaninows Klangwelt, er lässt die Musik strömen und breitet sie vor dem Hörer aus wie ein Epos, in Harmonie unterstützt von Ian Fountain.Jedes der folgenden, teilweise von Geringas selbst bearbeiteten Rachmani­now-Lieder wirkt wie eine kleine Welt für sich. Den populären Schlusspunkt bildet die berühmte „Vocalise“ im Arrangement von Anatoli Brandukov, dem Rachmaninow seine Cellosonate widmete. Ohne dieses wohl populärste Stück Rachmaninows wäre das Programm nicht komplett.

Norbert Hornig, April 2010